Sammeln faktischer Antworten vs. subjektiver Daten

Beim Erstellen eines Benutzertests ist es wichtig, die richtige Frage auf die richtige Weise zu stellen. Schließlich möchtest du Ergebnisse erhalten, denen du vertrauen kannst und auf die dich bei deinen Entscheidungen verlassen kannst.

Es ist wichtig, die Fragen genau und strategisch zu strukturieren, um deine Nutzertests zu maximieren und die Erkenntnisse zu gewinnen, die dich bei deinem Projekt wirklich weiterbringen.

Hier sind einige Tipps, die dir dabei helfen, eine Reihe von Daten (sowohl faktische als auch subjektive) zu sammeln, indem du deine Fragen auf die richtige Weise stellst.

Tipps zum Sammeln faktischer Antworten

  1. Vermeide Branchenjargon

Begriffe wie „Subnavigation“ ergeben für Durchschnittsbenutzer*innen keinen Sinn. Biete in den Fragen Erklärungen für Schlüsselbegriffe oder Konzepte (es sei denn, das Ziel deiner Studie ist es, zu sehen, ob sie diese Begriffe/Konzepte verstehen).

  1. Definiere den Zeitrahmen

Wenn du nach einer Art von Häufigkeit fragst, z. B. wie oft ein*e Benutzer*in eine bestimmte Webseite besucht, definiere klar den zeitlichen Rahmen klar. Nenne den zeitlichen Rahmen immer am Anfang des Satzes.

Schlecht: Wie oft besuchst du Amazon.com? Besser: Wie oft hast du Amazon.com in den vergangenen sechs Monaten besucht? Am besten: In den vergangenen sechs Monaten, wie oft hast du Amazon.com besucht?

  1. Löse komplizierte Fragen auf

Versuche nicht, alle Konzepte in eine Frage zu packen.

  1. Stelle spezifische Fragen, um spezifische Antworten zu erhalten

Wenn deine Testteilnehmer*innen die Antwort „Es kommt darauf an“ geben haben, dann musst du deine Frage wahrscheinlich spezifischer formulieren.

  1. Frage nach Erfahrungen aus erster Hand

Frage danach, was die Teilnehmer*innen tatsächlich gemacht haben, nicht danach, was sie machen werden oder machen würden. Versuche möglichst, hypothetische Aussagen und Hörensagen zu vermeiden.

Tipps zum Sammeln subjektiver Daten

  1. Hinterlasse Brotkrumen

Erinnere sie zwischendurch daran, wo genau sie sich auf der Webseite befinden sollten. Um sicherzustellen, dass sie dort sind, wo du sie haben möchtest, gib ihnen eine URL zum Anklicken, damit sie den richtigen Teil der Webseite oder App sehen.

  1. Mach den Benutzer*innen kein schlechtes Gewissen oder gib ihnen das Gefühl, dumm zu sein

Suche den Fehler immer auf der Webseite, bei dem Produkt oder der App, sodass die Benutzer*innen nicht das Gefühl entwicklen, versagt zu haben.

  1. Stelle sicher, dass die Fragen mit Bewertungsskala nicht verzerrt sind

Sei fair, realistisch und konsequent an den beiden Enden eines Bewertungsspektrums.

Schlechtes Beispiel: „Nachdem du den Bezahlvorgang durchlaufen hast, inwieweit vertraust oder misstraust du diesem Unternehmen?“ (Ich misstraue ihr nur ein bisschen ←→ ich vertraue ihr mit meinem Leben) Gutes Beispiel: „Nachdem du den Bezahlvorgang durchlaufen hast, inwieweit vertraust oder misstraust du diesem Unternehmen?“ (Ich misstraue diesem Unternehmen stark ←→ Ich vertraue diesem Unternehmen stark)

  1. Subjektive Zustände sind relativ

„Glücklich“ in einem Kontext kann etwas ganz anderes bedeuten als „glücklich“ in einem anderen Kontext. Sei eindeutig, ob „glücklich“ das Gegenteil von neutral oder das Gegenteil von unglücklich bedeutet.

  • Option 1: Glücklich / Nicht glücklich (Glücklich = Gegenteil von nicht glücklich)
  • Option 2: Glücklich / Neutral / Unglücklich (Glücklich = Das Beste!)
  • Option 3: Sehr glücklich / glücklich / unglücklich / sehr unglücklich (glücklich = knapp über neutral)
  1. Stelle viele spezifische Fragen, statt einiger pauschaler Fragen

Wenn du Fragen zu schwammigen oder komplexen Konzepten stellst, wissen die Nutzer*innen oft nicht, wie sie diese beantworten sollen. Gliedere die Konzepte in mehrere Abschnitte, wenn du die Fragen stellst, und füge sie wieder zusammen, wenn du die Ergebnisse analysierst.

Weitere Informationen findest du im Original-Blogartikel „Wie man gute Fragen für seinen nächsten Benutzertest schreibt”.

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