Screeningfragen: Best Practices

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Wann solltest du mit deinem konkreten Zielmarkt Tests durchführen?

Viele Meinungsführer im Bereich User Experience raten Forscher*innen, die in ihre Studien einbezogenen Nutzer*innen nicht zu genau auszusieben. Ziel der meisten Produkte sollte es schließlich sein, klar und intuitiv genug zu sein, um von allen verstanden und genutzt werden zu können.

Unter bestimmten Bedingungen ist es jedoch notwendig, Erkenntnisse von einer ganz bestimmten Gruppe von Nutzer*innen einzuholen, weil nur sie wissen, ob das jeweilige Tool sie bei ihrer Arbeit unterstützen kann.

Liegen solche Umstände vor und du führst einen Remote-Test durch, dann brauchst du zunächst Screeningfragen – einfache Multiple-Choice-Fragen, anhand derer entschieden wird, ob Nutzer*innen von deiner Studie ausgeschlossen werden oder Zugriff darauf erhalten.

Das Rechercheteam von UserTesting weiß aus erster Hand, wie wichtig (und herausfordernd) es ist, zielführende Screeningfragen zu verfassen, deshalb bieten wir im Folgenden einige Anleitungen und Beispiele, die dir dabei helfen sollen, für deinen nächsten unmoderierten Remote Usability Test genau die richtigen Nutzer*innen zu finden.

Anleitung für Screeningfragen

Viele der Tipps zum Schreiben guter Screeningfragen stimmen mit den Ratschlägen zum Verfassen guter Multiple-Choice-Fragen überein:

  • Biete immer die Antwortoption „Keine der oben genannten“, „Ich weiß es nicht“ oder „Sonstige“ an, für den Fall dass keine der Antworten auf den/die Nutzer*in zutrifft oder die Frage für sie/ihn nicht klar ist. Dies ist vor allem bei Screeningfragen wichtig, denn wenn eine solche Antwortoption nicht vorhanden ist und Nutzer*innen zufällig eine Antwort auswählen, könnten sie versehentlich in deiner Studie landen.
  • Biete den Testteilnehmenden klare und eindeutige Antworten an, die sich inhaltlich nicht überschneiden.
  • Vermeide beeinflussende oder reine Ja/Nein-Fragen, sonst kann es sein, dass Nutzer*innen die Antwort auswählen, von der sie glauben, dass du sie hören willst, anstatt die, die auf sie selbst zutrifft. Anstatt direkte Fragen zu stellen, sollten Nutzer*innen angewiesen werden, die Option auszuwählen, die am ehesten auf sie zutrifft, gefolgt von einer Liste von Aussagen. Wir sind der Meinung, dass dies die neutralste Art ist, Screeningfragen zu formulieren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Nutzer*innen ehrlich antworten, da sie nicht wissen können, welche Antwort die gewünschte ist.

So stellst du sicher, dass dein Screening die richtigen Nutzer*innen erfasst

Wenn du Personen mit einem bestimmten Hintergrund suchst (z. B. ein Abschluss in Medizin) oder die gerade eine bestimmte Erfahrung machen (z. B. ein neues Auto kaufen), empfehlen wir, zusätzlich zu den Screeningfragen die erste Aufgabe deines Tests wie folgt zu formulieren, um deine Kriterien noch einmal zu verifizieren:

„Du hast in den Screeningfragen angegeben, dass du zur Zeit nach einem neuen Auto suchst. Bitte beschreibe, nach welcher Art von Auto du suchst, wo du bereits gesucht hast usw.“

Manchmal reicht es schon, sich die Beschreibung ihrer Nutzererfahrung anzuschauen, um zu erkennen, ob sie wirklich passen.

Screeningfragen bezüglich Produktvertrautheit

Eine der von Forscher*innen am häufigsten verwendeten Art von Screeningfragen dient der Erfassung der Produkt- oder Markenvertrautheit der Nutzer*innen. Sie könnten beispielsweise nach noch unerfahrenen Nutzer*innen für ein neues Tutorial für ihre App suchen, ebenso wie nach Erkenntnissen ihrer regelmäßigen Nutzer*innen.

Was auch immer der Fall ist, es macht wenig Sinn, direkt zu fragen, ob Nutzer*innen geeignet sind, denn Menschen neigen dazu, ja zu sagen, nur um das Gegenüber zufriedenzustellen. Viel sinnvoller ist es, Nutzer*innen nach ihrer Vertrautheit zu befragen und danach die Niveaus der Vertrautheit aufzuschlüsseln.

Screeningfragen bezüglich Nutzungshäufigkeit

Ganz ähnlich verhält es sich bei den vergleichbaren und ebenso häufig genutzten Screeningfragen bezüglich der Nutzungshäufigkeit. Wie bei der Produkterfahrung gilt es auch bei der Nutzungshäufigkeit, über eindeutige Formulierungen Klarheit zu schaffen, also nicht nur anhand von „selten“, „manchmal“, „oft“ usw.

Ein gängiges Screening zur Nutzungshäufigkeit dient der Erfassung, wann Nutzer*innen zuletzt an einer bestimmten Aktivität teilgenommen haben. Viele Produktforscher*innen im Bereich E-Commerce suchen beispielsweise nach Nutzer*innen, die relativ häufig online einkaufen, während Forscher*innen für Reiseprodukte nach Erkenntnissen von Nutzer*innen suchen, die dieses Jahr eine Reise planen.

In diesen Fällen wäre es z. B. sinnvoll, zwei Screenings zu erstellen: eines, um zu bestätigen, dass sie online Einkäufe tätigen bzw. eine Reise planen, und darauf folgend ein Screening zur Erfassung des Zeitrahmens.

Screeningfragen bezüglich Branche oder Beschäftigung

Ein weiterer Fall, bei dem sich mehrere Screenings zur Erfassung eines bestimmten Merkmals anbieten, ist, wenn du nach Nutzer*innen in einer bestimmten beruflichen Funktion suchst.

Ein Händler für Massagetherapieausrüstung möchte beispielsweise Erkenntnisse von Personen aus der Massagetherapiebranche erhalten.

Massagetherapie ist natürlich ein sehr spezifischer Beruf, und es wäre wahrscheinlich schwierig, anhand einer Screeningfrage eine ausreichende Menge von Nutzer*innen zu erfassen. Gleichzeitig sollten Ja/Nein-Fragen vermieden werden, daher bietet es sich an, mit einer breiteren Liste von beruflichen Kategorien zu beginnen, einschließlich dem Gesundheitswesen (zu dessen Gebieten die Massagetherapie zählt) und im Anschluss mithilfe eines Folgescreenings die Nutzer*innen zu befragen, welche Funktion sie genau im Gesundheitswesen einnehmen.

Screeningfragen zu persönlichen Informationen

Die letzte Art von Screenings, die das Forscherteam von UserTesting regelmäßig einsetzt, umfasst die Erfassung sensibler Informationen über die Nutzer*innen, z. B. Einkommen, Herkunft, Facebook-Profil oder Körperbau.

Wenn die Studie von den Testteilnehmenden verlangt, im Rahmen des Nutzertests sensible Informationen anzugeben, ist es wichtig, sie vorab in einer Screeningfrage darüber zu informieren. Nimm nur Nutzer*innen in deine Studie auf, die damit einverstanden sind, persönliche Informationen bereitzustellen.

Erste Schritte mit Screeningfragen

Um zu erfahren, wie Screeningfragen in deiner Übersicht angelegt werden, besuche diesen UserTesting-Knowledgebase-Artikel.

Die obigen Beispiele sind nur eine kleine Auswahl dessen, wie Forscher*innen die optimalen Nutzer*innen erfassen! Mit deiner Fantasie (oder der Hilfe des UserTesting-Teams) sind die Rekrutierungsmöglichkeiten endlos.

Die Gestaltung von  Screenings kann eine wirklich herausfordernde Aufgabe sein, deshalb empfehlen wir, immer zuerst einen  Probedurchgang durchzuführen, um sicherzustellen, dass deine Screenings auch die gewünschte Wirkung zeigen!

Um mehr darüber zu erfahren, empfehlen wir den UserTesting University-Kurs  Die richtigen Testteilnehmenden finden. 

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